Der durch RDS-Order automatisch erzeugte (bzw. durch ein anderes System bereitgestellte) Werkstattauftrag wird durch RDS-Run abgearbeitet.
RDS-Run führt den Techniker durch den gesamten Diagnose- und Reparaturprozess sowie anschließend durch den Verifikationsprozess. Dabei kombiniert der Raptor verschiedene, sorgfältig und völlig transparent integrierte Diagnosestrategien. Die Benutzerführung ist aber kein starrer Prozess, sondern als Vorschlag zu verstehen. Der Techniker hat in jeder Situation zahlreiche Möglichkeiten, den Diagnoseablauf mitzubestimmen und die Inititave zu übernehmen. Denn alle Erfahrungen zeigen, dass zu enge Benutzerführungen im Feld nicht akzeptiert werden. Außerdem erweisen sie sich zuweilen als ineffizient. Dem erfahrenen Techniker dient RDS-Run als intelligenter und vielseitiger Diagnoseassistent, den weniger erfahrenen Novizen führt er durch den kompletten Pozess. Dabei ist RDS-Run intuitiv und leicht zu bedienen.
Der Benutzer kann z.B. bei jedem Diagnoseschritt aus vielen Optionen wählen, um den Diagnoseprozess zu beeinflussen. Hier einige Beispiele:
- Best Shot: Der Raptor präsentiert in jeder(!) Diagnosesituation die bestmöglichen, statistisch gesicherten Fehlerhypothesen und bietet diese zur Inspektion an.
- Mögliche Fehler: Der Raptor ermittelt alle kontextabhängigen Fehlerkandidaten und bietet diese zur sofortigen Inspektion an.
- Ähnliche Diagnosefälle: Der Raptor bietet zur aktuellen Diagnosesituation alle ähnlichen Diagnosefälle, deren Ähnlichkeitswert einen (wählbaren) Schwellenwert übersteigt, zur Inspektion an.
- Defekte Bauteile: Der Raptor listet alle im Diagnosekontext potenziell verdächtigen Bauteile zur Inspektion auf.
Der Benutzer kann ein beliebiges Objekt - z.B. ein Bauteil, einen Fehler oder einen Test - selektieren und die Diagnose an dieser Stelle fortsetzen. Er kann also stets selbst bestimmen, wie er weiter vorgeht. Bestätigt sich seine Annahme nicht, so kann er eine neue Hypothese wählen oder aber der Raptor setzt auf dem letzten gesicherten Diagnoseschritt auf und bietet wieder seine Führung an.
RDS-Run verfügt darüber hinaus über folgende funktionale Merkmale:
- Antwortrücknahme, auch selektiv über mehrere Stufen
- Save & Resume (Beendigung und spätere Wiederaufnahme einer Diagnosesitzung)
- Kommunikation mit elektronischen Komponenten und Steuergeräten via ASAM-MCD-3D
- Ansteuerung von Aktoren
- aktive Grafiken visualisieren dynamisch den Diagnoseablauf
- grafische Prüfanweisungen
- "Wie macht man das?"-Erklärungen
- automatische Generierung von Warum"-Erklärungen (Der Raptor begründet seine Handlungsvorschläge)
- Verlinkung mit externen Informationssystemen
- Verknüpfung mit externen Medien (Videos, Dokumente, Bilder, Bildsequenzen)
- Notizbuch-Funktion (für kontextabhängige Anmerkungen)
- Mehrsprachenfähigkeit
- chronologisch geordnete und Replay-fähige (anonymisierte) Diagnoseprotokolle als Grundlage für die nachgeschalteten Auswertungs- und Lernkomponente
- automatische Optimierung der Diagnoseprozesse unter Berücksichtigung von Kosten und Häufigkeiten
- Sitzungsprotokolle als Basis für Kunden-Handouts und für Abrechnungen
> RDS-Suite (Raptor-Überblick)
> RDS-Data (Datenpflegekomponente)
> RDS-Developer und RDS-ClassLib (Autorenwerkzeuge)
> RDS-Registry (Administration von Wissensbasen)
> RDS-Order, RDS-Checkout & RDS-Checklist (Auftragssystem)
> RDS-Run (Laufzeit- bzw. Werkstattsystem)
> RDS-Eval (Auswertung der Felddaten)
> RDS-Learn (Lern- und Optimierungskomponente)